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2012-06-22 (Fr) V.1 
  




| Basslabor #1 @ Mahuumbar, Mannheim (FF)


Line-Up:

23:00 - 1:30  :  Manhigh O    Techno Warmup  
 1:00 - 2:00  :  JOIX (LCR Records) liveact    Deep Techno  (Album, Video)
 2:00 - 4:00  :  DJ Hektik (Tilt-Recordings, T-FREE)
vs. DJ Mix (5000)
 ><  Drum & Bass,
Dubstep & friends
 (Mix, Video)
 (Mix)
 4:00 - 5:00  :  ?    spontan  


Die Mahuumbar verwandelt sich für die Dauer des Abends in einen ernsthaften, voll funktionsfähigen Techno-Club (= musikalischen Darkroom für außergewöhnliche Klangfreuden). Die PA (gemietet von DKA) ist an sich schon eine technische Waffe (7.000 Watt, 15" Bassteile die runtergehen bis 37 Hertz) und wird extra für die Location klangoptimiert. Wer bei der Releaseparty zu JOIX' Album "Random Control" am 11. Mai da war, weiß, dass der Sound ohne Übertreibung qualitativ in der obersten Liga rangiert...

Der Raum wird wieder komplett umgestaltet, aufwendig schallgedämmt und für bestmöglichen Raumklang vermessen und präpariert. Die Anlage wird dann wieder von ihrem Erbauer/Besitzer/Verleiher Daniel Kiefer höchstpersönlich auf die akustischen Gegebenheiten vor Ort ausgerichtet und für optimale Schallverteilung feinabgestimmt, noch näher an Perfektion dran als beim ersten Mal. Zudem geht der Signalweg von Nadeln/Tonabnehmern/Plattenspielern/Sequencer über Mixer und PA bis hin zu den Boxen und Lautsprechern nur durch hochwertige, funktionale Komponenten (keine Billiglösungen).

Kompetente leistungswillige Artists (zusammen über hundert Gigs, zehntausende Kilometer Bookingreisen quer durch Europa und 48 Jahre Erfahrung mit Musikperformance und Party-Organisation) geben mit der Summe ihrer Erfahrungen ihr Bestes, ohne Star-Allüren, aber mit Leidenschaft.

Auch der Securitymensch ist kein seelisch labiler Prügelcop, der seine Macht missbraucht und die Besucher gängelt, sondern eine anständig entlohnte, professionelle und deswegen für den Job geeignete, Ruhe ausstrahlende Respektperson am Eingang.

Und: spätnachtliche Gratis-Obstkiste, keine MCs, kein Dresscode, free hat.

Die gesamte Veranstaltung ist (abgesehen vom Getränkeverkauf seitens der Mahuumbar) frei von kommerziellen Interessen und konzentriert sich voll auf Musik und Qualität.

Warum? Weil wir Nerds und Technohippies sind:
- ein Producer, der mit einem eigenhändig zusammengestellten komplexen analogen Modular-Synthesizer und analogem Sequencing kompromissfrei eigenständigen, kraftvollen Techno produziert und live performt
- ein DJ, der seine Lehre bei Drum & Bass abgeschlossen und ein mehrjähriges Praktikum im Turntablismus gemacht hat und seitdem Bass Music zunehmend interdisziplinär studiert & mixt
- ein Grafiktalent und sechsarmiges Organisationsmonster (der Mann im Hintergrund)

Wir mögen verschiedene Spielarten von "Bass Music" (Techno, Elektro/Techhouse, Dubstep, Drum & Bass, Nu Skool Breaks, Hopstep, Fartstep..) und haben manchmal sehr unterschiedliche Vorlieben, aber wir alle wollen tanzen und teilen hohe technische und inhaltliche Ansprüche an Musikperformances und Clubkultur.

Wir wollen hochwertigen, nachhaltigen Hedonismus in einer politisch, sozial und kulturell sinnvollen Struktur. Unsere Basslabor-Party am 22.06.2012 ist ein gemeinsamer Versuch eines Weges zum Ausgang aus der auch musikalischen selbstverschuldeten Unmündigkeit. Wir glauben nicht an den Veranstaltermessias und bemühen uns selbst (mit synergetisch vereinten Kräften), hier und jetzt in Mannheim im Sommerloch 2012, um die Verwirklichung einer über Promolügen hinausgehenden, konkreten Alternative zu musikalischen Monokulturen mit spätkapitalistischer Atmosphäre und Ohrenkrebs-Sound.

Wir setzen uns mit diesem Projekt sehr hohe Massstäbe. Alle diejenigen, die Bass, Techno, Drum & Bass und technoides lieben, aber nicht auf einen einzigen Musikstil festgefahren sind wie ein Priester auf seine Bibel, sind herzlichst eingeladen, an diesem besonderen Abend die "3 Elements of Tech Hop" mit uns zu feiern: Friedliches Beisammensein, musikalische Evolution und therapeutischer Ausdruckstanz mit Stimmübungen. In greifbarem Bass schwimmen, das Tanzbein schwingen und die Beats den Nebel aus dem Kopf atmen lassen.

Ein Bigup dafür geht an uns selbst, Yusuf von der Mauumbar, den PA-König Daniel Kiefer und die zahlreichen Helfer... Die Idealisten, ohne die außer Kompromissen gar nichts ginge, die es durch Rücknahme ihres Egos überhaupt erst möglich machen, trotz der "Sachzwänge" und der allgemein gesellschaftlich angespannten, trotz der offiziellen Aufschwungspropaganda auf allen Ebenen von wachsender Armut/Massenarbeitslosigkeit, Rezession und gnadenlosem neoliberalem Finanz-/Konkurrenzdruck geprägten Situation so etwas auf die Beine zu stellen: Eine Clubveranstaltung, die wir selbst besuchen wollen würden und uns leisten könnten, frei von Zugeständnissen an Qualität und mit einem erschwinglichen Eintrittspreis von 5 Euro.

Kurz: Dank der selbstlosen, idealistischen Unterstützung der Beteiligten können wir trotz Konkurrenzdruck auf dem Veranstaltungsmarkt ein hochwertiges Produkt (guten Sound) exklusiv zum absoluten Dumpingpreis anbieten, deutlich billiger aber trotzdem oberhalb des Qualitätsniveaus, das derzeit in Mannheim bei vergleichbaren Veranstaltungen üblich ist.

Wenn wir dabei Gewinn machen, dann geht der an das Mohawk. Das ist eine nichtkommerzielle Location in der Industriestraße (direkt neben dem Siebener), die seit 2010 von Helfern des PirArt (Förderverein für Kunst und Kultur e.V.) komplett ehrenamtlich mit DIY-Strategien getragen wird und dem Underground über ein Jahr lang fast jede Woche Clubveranstaltungen, Konzerte und andere schöne Dinge ermöglicht hat, für die der Kulturfinanzmarktstandort Mannheim sonst wenig bis keinen Platz bietet. Aktuell ist das Mohawk durch Bauauflagen bedroht und kann seinerseits verstärkt Unterstützung gebrauchen, und wurde kürzlich mit dem 3. Mannheimer Brückenaward ausgezeichnet.

Wenn dieser Testballon am 22. Juni funktioniert (und den Break-Even-Point erreicht oder wenigstens nicht massiv unterschreitet), dann wird eine monatliche Partyreihe nach dem gleichen Schema angepeilt, die das hohe Qualitätsniveau auf Dauer hält, Impulse setzt und sich künstlerisch und inhaltlich frei entwickelt und vernetzt.

Vorraussetzung wäre die Deckung der Fixkosten von knapp 500 Euro für Anlage, Flyer, Türsteher, Licht, Transportfahrten, Schalldämmungs-Material etc (plus Gage für Gast-DJs). Bis auf den Türsteher (und das Barpersonal der Location) arbeiten alle Beteiligten (inklusive Daniel Kiefer) ehrenamtlich an dem Projekt, auch die internen DJs bekommen nur Benzingeld. Wir brauchen deswegen nur knapp 100 zahlende Gäste bei 5 Euro Eintritt. Das scheint nicht komplett utopisch, insofern gibt es Grund zur Hoffnung. Aber wie immer entscheidet das Publikum, ob es kommt oder nicht... Ihr seid Anonymous, wir reden mit Euch!


Update 2012-07-29

Ein Monat ist vergangen, Zeit für einen Rückblick: Der Testballon ist definitiv geflogen.
Die kurze Vorbereitungszeit hat sich zwar auch bemerkbar gemacht...

1. der angekündigte freundliche Security-Mensch fiel aus und musste kurzfristig durch eine B-Lösung ersetzt werden, die sich leider als Gegensatz zum angestrebten Ideal herausstellte

2. eine Ecke im Raum und der Bühnenboden waren nicht ausreichend schallgedämmt - diese 2 Schwachstellen haben mitgeschwungen und Bass geschluckt

3. die Anlage war auf den leeren Raum eingestellt worden, und mit Leuten im Raum wurde dann trotz ingsesamt deluxem Klang ihr Potential im unteren Frequenzbereich nicht ausgeschöpft - der in Relation zu Mitten und Höhen zu leise Bass wurde trotz technisch vorhandenem Spielraum nicht korrekt ausgeglichen, weil die mitschwingende Bühne für die DJs den Eindruck vom Bassdruck im Raum sehr stark verfälscht hat

4. zwischendurch landete Seifenlauge in der Nebelmaschine und ruinierte für einige Zeit die Luft im Raum mit hässlich stinkendem Rauch

...aber trotz dieser paar Minuspunkte war es insgesamt ein gelungener Versuch. Der (durch glückliche Umstände sogar etwas gesunkene) Break-Even wurde erreicht, Ablauf und Technik haben für's erste Mal zufriedenstellend funktioniert, es wurde gefeiert und die Veranstalter, der Gast-DJ sowie wie anwesenden Gäste hatten insgesamt Spaß und eine gute Zeit:

"Respekt! Selten so eine gelungene Party gehabt. Hoffentlich macht ihr sowas wieder."
"Wow. Das war eine Hammerparty. Bin immer wieder gerne dabei"
"Wann ist die nächste?"
"Das erste mal dagewesen... genau sowas hab ich hscon immer gesucht!"
"freu mich schon aufs nächste mal... hoffentlich nicht erst im september!"
"Empfehlenswerte Veranstaltung, klein und fein, supernette Menschen am Eingang, hinter dem Getränketresen und auf der Tanzfläche [...] Im Unterschied zu manch anderen Beschallungsanlagen, die entweder knallen oder aber brummen hier ausgewogener Sound in 3D"

Bigups und Dank gehen an die Halle 02, die Breidenbach Studios und das Volkano (die mit ihren Sachspenden/Leihgaben die Schalldämmung und Beleuchtung erst möglich gemacht haben), Daniel Kiefer (ohne den gar nichts ginge), General Mahuum und seine Mädels (ohne menschliche Rahmenumgebung könnte es nicht schön und entspannt sein), Marcello, Emmi und Clumsyfairy (die uns in der Not den Arsch gerettet haben), David, Zaungast, Jörg, Tobi und alle Gäste an dem Tag!